Autor: Muse123

  • Der Glückspilz Weg

    Glücklich preiset ihr den, dem Fortuna hold, der in güldenen Hallen weilt und dessen Tafel sich unter der Last köstlicher Speisen biegt. Doch irrt ihr nicht, wenn ihr das wahre Glück in äußeren Gütern sucht? Denn was ist Gold, wenn das Herz in Ketten schlägt? Was ist Reichtum, wenn die Seele dürstet nach Freiheit? Nicht…

  • Der Mensch, Werk seiner Gedanken

    Der Mensch ist das Werk seiner eigenen Gedanken. Was er in der Vergangenheit ersann, was er in stillen Stunden bewegte, was sein Geist in den Tiefen des Daseins erschaute – all dies hat sich in das Gewebe seines Seins verwoben, hat seine Seele geformt, sein Herz gerichtet, seine Schritte gelenkt. Nicht das blinde Walten des…

  • Der allzu lange Männerabend

    Holdes Weib, verzage nicht! O süße Zierde meines Hauses, du zartes Kleinod, dem mein Herz in inniger Treue anhängt! Siehe, es ist nicht Leichtsinn, nicht schnöde Vergnügungssucht, die uns, die wackeren Recken, in traulicher Runde bis zur späten Stunde verweilen lässt. Nein, es ist die hohe Freude des Bundes, die hehre Kunst der Geselligkeit, die…

  • Der Stübleinrutscher

    Im trauten Winkel des Gasthauses, wo die Kerzen sanftes Licht verströmen und der Rauch der Pfeifen zur gewölbten Decke steigt, dort thront er – der Stübleinrutscher, jener Mann, der in der Wirtshauskammer seine Heimat fand. Was anderen ein Ort des flüchtigen Verweilens, ist ihm ein zweites Heim, ein Reich, wo Geist und Herz sich gleichermaßen…

  • Der Traumtänzer

    Auf des Geistes freien Fluren wandelt jener Traumtänzer, dessen Seele zwischen Himmel und Erde schwebt, ungebunden von den Ketten der Notwendigkeit. Mit jedem Schritt erhebt er sich über das Gemeine, während sein Auge die Sterne sucht und sein Herz den Rhythmus der Ewigkeit spürt. Wer der Poesie sich verschrieben, der kennt das süße Schweben zwischen…

  • Das Steckenpferd des edlen Geistes

    In der stillen Kammer des Gemüts, wo die Gedanken wie Sterne am Firmament der Seele leuchten, findet der wahrhaft freie Mensch sein eigentliches Reich. Dort, fernab vom Getümmel der Welt, widmet er sich jenem Steckenpferd, das seinen Geist zur höchsten Blüte treibt. Wer die Poesie zum Gefährten wählt, den Klang der Worte wie Musik im…

  • Hymne an den Frieden, die Schönheit und die Seele

    Hymne an den Frieden, die Schönheit und die Seele O ewige Harmonie, die über Sternen waltet,du sanfter Hauch, der durch die Schöpfung zieht!O Licht, das in des Menschen Herzen strahlet,du leiser Ruf, der seine Seele rief! Frieden, du himmlischer Gast der Erde,du leuchtender Born aus göttlicher Hand,o kehre ein, wo Dunkelheit werde,breite dein mildes, versöhnendes…

  • Vom wahren Glücke

    Vom wahren Glücke O edler Freund! Du irrst, wenn du in goldnen Schätzen oder in flüchtigem Ruhme das wahre Glück des Menschen suchest. Nicht in den Hallen der Könige, nicht auf den Schlachtfeldern der Ehre, noch in den Sälen des rauschenden Festes wohnt das Glück, sondern im stillen Herzen des Tugendhaften, in der reinen Seele,…

  • Harmonie des Lebens

    Harmonie des Lebens O Mensch, der du wandelst auf den Pfaden der Zeit, sieh, wie das große All in ewiger Ordnung schwebt! Nichts ist zufällig, nichts ohne Sinn; selbst der flüchtige Hauch des Windes, der flimmernde Strahl der Sonne, die sanfte Regung der Blätter im Hain – alles gehorcht dem einen Gesetz, das Himmel und…

  • Ode an den Wein

    Ode an den Wein Wohl an, edler Freund! Laß uns kredenzen den güldenen Trank, der aus Frankens seligen Rebenhainen entstammt, jenes köstliche Labsal, das nicht der rohen Trunkenheit geweiht, sondern dem Geiste ein lichter Funkenschein ist. Nicht des Rausches willen erhebt man den Kelch, nein, es ist die sanfte Muse des Weines, die in ihm…