Gold der Waben, Geist der Gemeinschaft

Im stillen Hain, wo Sonnenfäden weben,

Erhebt sich schlicht des Bienenvolkes Haus;

Ein kleines Reich, dem großen Zweck ergeben,

Strömt stiller Fleiß aus tausend Herzen aus.

Kein Laut des Streits zerreißt die hehre Ordnung,

Kein eitles Ich verlangt des Vorrangs Glanz;

Im Gleichklang wirkt die edle Einheitsordnung,

Ein jeder Teil ein Glied im großen Kranz.

Wie sanft die Flügel durch die Lüfte klingen,

Als trügen sie des Sommers goldnes Lied!

Und emsig, ohne müdes Zaudern, bringen

Sie heim, was Blüte reichlich ihnen bietet.

O Bild der Menschheit, würdig nachzuahmen!

Wo jeder wirkt, doch keiner sich erhebt,

Wo viele Kräfte sich zum Einen rahmen,

Und Geist der Eintracht durch die Reihen lebt.

So wächst aus stiller Tat ein hohes Ganze,

Ein Werk, das Zeit und Wandel übersteht;

Wie aus der Biene unermüdlichem Tanze

Der süße Schatz der goldnen Wabe geht.

Drum lernt von ihr: im Kleinen treu zu walten,

Dem großen Ziel in Demut zugewandt—

Denn nur, wo viele Hände fest sich halten,

Erblüht das Werk, das ewig sich behaupt’t.