Schlagwort: Mensch

  • Waschweiber

    Am heiligen Geländer – wo der Putz bröckelt und die Welt sich in Blumenbeeten spiegelt – versammelt sich jeden Nachmittag die inoffizielle Hohe Kommission der dörflichen Ordnung. Vier Seelen, vier Richter, vier Waschweiber in der Verkleidung von Philosophen. Sie sehen alles. Sie hören alles. Sie wissen mehr als Google und das Standesamt zusammen – und…

  • Vom edlen Schwunge der Leiber – ein Lobgesang aufs Bouncen

    O Mensch, du Kind der Freiheit, wenn der Klang die Luft durchzittert und der Takt im Schoße der Zeit geboren wird, dann regt sich das Herz im stählernen Rhythmus, und der Leib gehorcht dem inneren Sturm! Nicht mehr gebunden an Schwere und Erdenschmerz, erhebt sich der Körper im heiteren Spiel, hüpfend gleich dem Jüngling, der…

  • Gelassenheit – ein schillerscher Versuch mit Augenzwinkern

    Gelassenheit, du stille Göttin des inneren Friedens, wie selten nur besuchst du das lärmende Herz des modernen Menschen! Inmitten der Zerrissenheit unserer Zeit, wo das Smartphone bimmelt, der Kalender droht und der Nachbar mit dem Rasenmäher die Sonntagsruhe erschießt, da winkst du nur leise von fern – ach, wärst du doch ein wenig lauter! Der…

  • Die innere Erhebung des Menschen durch die Erkenntnis

    Nicht in den flüchtigen Schätzen dieser Welt, nicht in den lärmenden Siegesgesängen des Ehrgeizes, nicht in der flatterhaften Gunst des Schicksals liegt des Menschen wahres Vermögen; vielmehr ruht es in der stillen, erhabenen Klarheit der Erkenntnis, in der erleuchtenden Weisheit, die den Schleier der Täuschung zerreißt und ihm den Pfad zur höchsten Vollendung weist. Wie…

  • Zur Quelle wahrer Kunst und tiefen Denkens

    Wohl an! Der edle Rebensaft, Silvaner geheißen, ist es, der in Frankens Fluren mit königlichem Glanze strahlt. Nicht bloß dem Gaumen zur Lust gereicht er, nein, des Geistes Fittiche hebt er empor, auf dass des Wortes Kunst sich entfalte in voller Blüte. Denn wer da meint, das Trinken sei bloß der Müßiggänger Zeitvertreib, der irrt!…

  • Die heilige Würde des Menschen

    Nicht als Gnade von Fürstenhand, nicht als Zugeständnis des Mächtigen an den Schwachen, nein! Aus dem Urquell der Vernunft, aus dem ewigen Rechte, das mit der Geburt dem Menschen eigen ist, entspringen die heiligen Gesetze der Freiheit und Gleichheit. Was ist der Mensch, wenn er nicht frei ist? Ein Schatten seiner selbst, ein Knecht der…

  • Der Glückspilz Weg

    Glücklich preiset ihr den, dem Fortuna hold, der in güldenen Hallen weilt und dessen Tafel sich unter der Last köstlicher Speisen biegt. Doch irrt ihr nicht, wenn ihr das wahre Glück in äußeren Gütern sucht? Denn was ist Gold, wenn das Herz in Ketten schlägt? Was ist Reichtum, wenn die Seele dürstet nach Freiheit? Nicht…

  • Der Mensch, Werk seiner Gedanken

    Der Mensch ist das Werk seiner eigenen Gedanken. Was er in der Vergangenheit ersann, was er in stillen Stunden bewegte, was sein Geist in den Tiefen des Daseins erschaute – all dies hat sich in das Gewebe seines Seins verwoben, hat seine Seele geformt, sein Herz gerichtet, seine Schritte gelenkt. Nicht das blinde Walten des…

  • Der allzu lange Männerabend

    Holdes Weib, verzage nicht! O süße Zierde meines Hauses, du zartes Kleinod, dem mein Herz in inniger Treue anhängt! Siehe, es ist nicht Leichtsinn, nicht schnöde Vergnügungssucht, die uns, die wackeren Recken, in traulicher Runde bis zur späten Stunde verweilen lässt. Nein, es ist die hohe Freude des Bundes, die hehre Kunst der Geselligkeit, die…

  • Der Stübleinrutscher

    Im trauten Winkel des Gasthauses, wo die Kerzen sanftes Licht verströmen und der Rauch der Pfeifen zur gewölbten Decke steigt, dort thront er – der Stübleinrutscher, jener Mann, der in der Wirtshauskammer seine Heimat fand. Was anderen ein Ort des flüchtigen Verweilens, ist ihm ein zweites Heim, ein Reich, wo Geist und Herz sich gleichermaßen…