Der Genießer
Dort sitzt er, ein freier Mann, unter dem ehrwürdigen Olivenbaum, dessen knorrige Arme gleich dem Greis der Zeit trotzen. Die milde Frühlingssonne, hold und segnend, gießt ihr goldenes Licht über die erwachende Natur, die, befreit von Winters Ketten, in neuer Schönheit ersteht. In seiner Hand funkelt der Wein, jenes göttliche Geschenk der Erde, das den Geist erhebt und das Herz weit macht.
Der Lüftchen leiser Hauch trägt den Wohlgeruch blühender Fluren herbei, und ringsum entfaltet sich das Leben, neu geboren, in jubelnder Pracht. Vogelsang durchwebt die Luft, der Bach murmelt sein ewiges Lied, und über allem ruht jener göttliche Friede, den nur der kennt, der frei ist. Kein Joch beugt sein Haupt, kein Gesetz als das der Natur regiert sein Tun – er ist sein eigener Herr, Sohn des Frühlings, Bruder des Lichtes, Trinker der Freiheit.
