Gelassenheit, du stille Göttin des inneren Friedens, wie selten nur besuchst du das lärmende Herz des modernen Menschen! Inmitten der Zerrissenheit unserer Zeit, wo das Smartphone bimmelt, der Kalender droht und der Nachbar mit dem Rasenmäher die Sonntagsruhe erschießt, da winkst du nur leise von fern – ach, wärst du doch ein wenig lauter!
Der Mensch, von Natur aus ein zappelndes Genie, ringt sich ab in Sorgen um Dinge, die doch keinen bleibenden Sitz im Leben haben. Was, wenn der Bus fünf Minuten zu spät kommt? O Tragik! Was, wenn der Kollege die E-Mail nicht sofort beantwortet? O Weltenbrand! Und gar, wenn das WLAN hakt – da scheint der Untergang nah!
Doch halt! Treten wir einen Schritt zurück – ja, auch innerlich! Lasst uns, meine Freunde, ein wenig mehr sein wie der Eichenbaum, der, vom Sturm geneckt, sich nicht krümmt, sondern seine Krone wiegt in stillem Trotz. Oder wie die Katze, die, ungeachtet menschlicher Eile, sich genüßlich auf dem Laptop räkelt, als wolle sie sagen: “Was du wohl für wichtig hältst, ist mir eine warme Liegestatt.”
Gelassenheit, das ist nicht Gleichgültigkeit, o nein! Sie ist die edle Schwester des Muts – nicht der dumpfe Bruder der Bequemlichkeit. Sie nimmt das Leben ernst genug, um es nicht zu ernst zu nehmen. Sie weiß: Das Morgen kommt auch ohne unser nächtliches Grübeln. Und wenn es kommt, dann mit einer Tasse Tee und vielleicht einem verknitterten Hemd – so sei’s drum!
So lasset uns, ihr Brüder und Schwestern der inneren Unruhe, der Gelassenheit ein Tempelchen bauen – im Herzen, nicht auf Instagram! Dort, wo kein Algorithmus regiert, sondern das milde Lächeln des Selbsthumors. Und wenn uns das Leben wieder einmal den Plan durcheinanderwirbelt, so sprechen wir: “Nun ja – auch ein Orkan ist nur ein bewegter Luftzug!”
In diesem Sinne: Möge uns das Hemd locker sitzen und das Ego noch lockerer.
