Frühling – Ein Hymnus auf die Eintracht von Mensch und Natur

O Frühling, holder Wiederklang des Lebens,

du zarter Hauch aus Gottes ew’gem Mund,

der mit dem goldnen Strahl des Morgens

die stillen Fluren segnet und die Seelen weckt.

Aus winterlichem Schlummer steigt das Land,

bekränzt mit Blüten, Licht und linder Wärme,

und jeder Halm, der sich zur Sonne reckt,

verkündet neu das ew’ge Wunder Sein.

Wie lieblich rauscht der Bach in klarem Lauf,

vom Tann umsäumt, von Lerchenliedern trunken –

hier offenbart sich Schönheit ohne Maß,

und jedes Blatt spricht stille Poesie.

Nicht fremd dem Reigen dieses Lebens ist der Mensch,

denn göttlich ist auch sein Geschick gefügt:

Er, Träger edler Kunst und tiefen Denkens,

er kann in Würde wandeln – nicht getrennt,

sondern als Teil der großen Harmonie.

Wenn Herz und Sinn dem Echten sich vermählen,

wenn Werk und Wort die Schöpfung nicht entehren,

dann blüht die Kultur wie eine edle Rose

im Garten der Natur – aus Geist und Erde eins.

So schreite denn, o Mensch, auf deinem Pfad

mit stiller Kraft, mit Blick ins helle Weite.

In deiner Eintracht mit der Welt erkenne:

Das Dasein ist, in Schönheit, auch erhaben.