
O unsichtbares Gewebe des Geistes, gewoben aus der feinsten Kunst der Menschheit! Gleich dem Äther, der lautlos die Welt umspannt, gleich den unsichtbaren Banden der Sympathie, die Herz mit Herz verbinden, so erstreckt sich dein unergründliches Reich über Länder und Meere, unaufhaltsam, unermüdlich, unvergänglich.
Nicht durch Boten auf mühsamen Wegen, nicht durch Pergament, das der Zahn der Zeit zerfrisst, sondern durch den flüchtigen Strahl des Lichtes, durch den lautlosen Hauch der Elektrizität sendet der Mensch nun seine Gedanken hinaus in die Ferne. Kein Gebirge hemmt den Lauf, kein Ozean vermag den Strom zu brechen – in einem Augenblick vereint es die entlegensten Gestade, macht das Ferne zum Nahen, das Unerreichbare zum Ergriffenen.
Ein jeder ist nun nicht mehr nur Bürger seiner Stadt, seines Reiches – nein, ein Bürger der Welt, ein Gefährte im großen Bunde des Wissens und der Wahrheit. So wächst die Menschheit zusammen, so schwinden die trennenden Schranken, und die Stimme der Vernunft, die Kunde der Wissenschaft, der Ruf nach Freiheit und Schönheit hallen durch dies grenzenlose Firmament, das weder Mauern noch Zwingherrn aufzuhalten vermögen.
O du Lichtbahn der Gedanken, o du stürmische Flut des Geistes – mögest du der Menschheit ein Herold des Friedens sein, ein Bote der Weisheit und kein Werkzeug der Zwietracht!
