Zur Quelle wahrer Kunst und tiefen Denkens

Wohl an! Der edle Rebensaft, Silvaner geheißen, ist es, der in Frankens Fluren mit königlichem Glanze strahlt. Nicht bloß dem Gaumen zur Lust gereicht er, nein, des Geistes Fittiche hebt er empor, auf dass des Wortes Kunst sich entfalte in voller Blüte.

Denn wer da meint, das Trinken sei bloß der Müßiggänger Zeitvertreib, der irrt! Sieh doch, wie des Weines Kraft die Zunge löst, das Denken schärft, die Rede schmückt mit Bildern, gleich dem funkelnden Tau auf blühender Flur. Nicht bloße Willkür ist’s, wenn der Zecher den Kelch erhebt, nein, eine Arbeit, eine Zucht, ein heilig’ Amt!

So wird denn in Frankens Lande der Silvaner nicht geschlürft wie ein gemeines Nass, sondern mit Andacht genossen, mit wachem Geiste geübt. Des Winzers Fleiß, des Wortes Glut und der Freude lichter Glanz – all dies verbindet sich in jenem goldenen Tropfen, der nicht allein den Leib, sondern auch die Seele erwärmt.

Drum trink, doch trink mit Sinn! Lass nicht stumpfe Lust, sondern kluge Wonne dich leiten, auf dass, was in deinem Becher glänzt, zur Quelle wahrer Kunst und tiefen Denkens werde.