Der Glückspilz Weg

Glücklich preiset ihr den, dem Fortuna hold, der in güldenen Hallen weilt und dessen Tafel sich unter der Last köstlicher Speisen biegt. Doch irrt ihr nicht, wenn ihr das wahre Glück in äußeren Gütern sucht? Denn was ist Gold, wenn das Herz in Ketten schlägt? Was ist Reichtum, wenn die Seele dürstet nach Freiheit?

Nicht der Überfluss, nicht der Beifall der Menge, nicht die flatterhafte Gunst des Schicksals machen den Menschen wahrhaft selig. Vielmehr ruht das wahre Glück in der Harmonie des Geistes, in der edlen Übereinstimmung des Herzens mit dem Gesetz der Tugend. Wer die Stimme der Pflicht vernimmt und ihr folgt, wer seinen Geist erhebt über das Vergängliche und sein Dasein dem Guten weiht – der allein darf sich wahrlich glücklich nennen.

O Mensch! Willst du das Glück erfassen, so suche es nicht in den flüchtigen Freuden der Sinne, nicht in der vergänglichen Pracht dieser Welt. Suche es in der Reinheit deines Herzens, in der Hoheit deines Geistes, in der Würde deines Handelns. Denn nur wer sich selbst gehört, wer über Leid und Lust erhaben bleibt, wer sein Schicksal mit starkem Sinn umfasst – der ist frei, und in der Freiheit blüht das Glück.