Der Mensch ist das Werk seiner eigenen Gedanken. Was er in der Vergangenheit ersann, was er in stillen Stunden bewegte, was sein Geist in den Tiefen des Daseins erschaute – all dies hat sich in das Gewebe seines Seins verwoben, hat seine Seele geformt, sein Herz gerichtet, seine Schritte gelenkt.
Nicht das blinde Walten des Zufalls, nicht die Launen des Schicksals bestimmen, was er ist, sondern die Saat seiner eigenen Gedanken, die er einst in den fruchtbaren Boden der Zeit legte. Wie der Strom, der seinem Quell entspringt und durch Felder und Wälder sich windet, stets geprägt von jenem Ursprung, so trägt der Mensch in sich die Spuren dessen, was er einst dachte, wünschte, erhoffte.
Denn der Geist ist es, der ihn erhebt oder niederzieht, der ihn zur Tugend oder zum Irrtum führt. Die Gedanken, die er einst hegte, sind die Baumeister seines heutigen Ichs. Und so steht er nun, das lebendige Denkmal seiner vergangenen Träume und Zweifel, seiner Erkenntnisse und Versäumnisse.
Doch wie der Gärtner, der mit kluger Hand sät, kann auch er sein Morgen formen, indem er sein Heute mit edlen Gedanken erfüllt. Denn wer nach Wahrheit strebt, wer das Schöne liebt, wer die Güte in seinem Herzen nährt – der wird dereinst in seiner Seele jene lichte Welt erblicken, die er selbst mit seinen Gedanken erschuf.
